Agfa Clack

 

Zu meinem 10. Geburtstag schenkte mir mein Vater auf mein Drängen hin meinen ersten eigenen Fotoapparat, eine “Agfa Clack”. Diese hatte ein Kunststoffgehäuse, wurde noch zu den sogenannten Boxkameras gezählt und verarbeitete 120er Rollfilm im Format 6x9. Die Kamera hatte eine 95 mm Meniskuslinse, grösste Blende 11, Fixfokus 3m - Unendlich, eine Fokussierung entfiel und die Verschlusszeit betrug entweder 1/30 sec oder B. Ein Belichtungsmesser existierte nicht. Der Name “Clack” leitete sich von dem lauten Auslösegeräusch ab, das mich damals bei jedem Abdrücken aufs Neue entzückte.

Für meine kindlichen Ambitionen reichte dieser robuste kleine Fotoapparat voll aus und begleitete mich ab sofort auf vielen Wegen. Da mein Vater selbst gerne und viel fotografierte stellte er mir genügend Filmmaterial zur Verfügung. Der Vorteil des 6x9 Formates lag für mich darin, dass zuhause von meinem Vater selbst im Badezimmer die Kontaktabzüge ohne Nutzung eines Vergrösserungsapparates direkt vom Negativ aufs Papier gebracht wurden. So konnte ich es immer kaum erwarten, bis er die Zeit fand im Bad zu verschwinden, die Filme entwickelte und mir meine Aufnahmen gab, die ich dann eifrig in Fotoalben einklebte.

Heute werden meine Fotos nicht mehr im Badezimmer entwickelt, moderne Labore haben diese Arbeit übernommen. Doch da ich seit kurzem einen wunderbaren Fotodrucker besitze und immer häufiger zur digitalen Kamera greife, werde ich meine Fotos jetzt öfters selbst ausdrucken und somit wieder an das Erwartungsgefühl der Kindertage “was wird denn dabei heraus kommen” anknüpfen.